
Das auch:
Und natürlich das:
Willkommen in Kuba. Hierher kommen alle mit fertigen Bildern im Kopf, und diese Bilder werden sie auch finden: alte Männer auf den Straßen und beim Musikmachen, Traumstrände mit Traumpalmen und immer und überall der gute alte Ché.
Aber natürlich ist Kuba mehr als das. Und ein klein wenig von diesem "mehr" konnten wir auch kennen lernen auf unserer drei-Wochen-Reise über die Insel. Zum Beispiel lebten wir in Havanna in dem Viertel mit den wohl krassesten Unterschieden überhaupt. Auf der einen Seite so:

...und nur 150 Meter davon entfernt so:
Und so:

So vieles in Kuba scheint seit Jahren und Jahrzehnten vor sich hin zu verfallen, das ist unglaublich traurig. Man sieht ja, wie schön viele Häuser mal waren. Ein kleiner Teil von Havanna wurde sehr schick saniert - wenn man als Tagestourist nur diese Ecken sieht (z.B. weil man mit einem Bus von den Stränden für ein paar Stunden hergekarrt wird), könnte man mit dem Eindruck einer sehr angenehmen und bildhübschen Stadt wieder heim fahren. Dabei ist Havanna nicht unbedingt schön - es ist oft herunter gekommen, laut und stinkig (Uralt-Autos mit Uralt-Motoren), und hier leben sehr viele Menschen auf sehr wenig Raum. Manche Häuser fallen einfach in sich zusammen, und dann bleibt das eben so.
Es ist natürlich alles sehr interessant: Keine amerikanischen Fast-food-Läden, keine altbekannten Ladenketten - überhaupt kaum Läden, dafür Straßenhändler und Fleischverkäufer, die ihre Ware in einer Art Luke anbieten:

Dauernd wird Musik gespielt, auch in noch so kleinen Bars. Und das sind eigentlich immer gute Musiker! Ist natürlich oft hauptsächlich für die Touristen. Aber in Trinidad, wo wir ein paar Tage waren (da ist auch der Traumstrand in der Nähe) spielte jeden Abend auf einem Platz eine Band Salsa, Merengue und ähnliches - und auch die Kubaner tanzten wie verrückt. (Vor allem aber: beeindruckend!! Wie die sich bewegen können!!)
Der Mangel ist dauerpräsent. Deshalb sehen die Autobahnen auch so aus:

Hat ja kaum jemand ein Auto. Dafür sind viele Fahrräder und Pferdekarren unterwegs. Das kann man natürlich nostalgisch finden - ich glaube aber, so toll ist das für die dort nicht.
Seit einigen Jahrzehnten gibt es ein Wirschaftsembargo gegen Kuba, verhängt von den USA. Deshalb der Mangel. Die USA haben Kuba bis in die 50er Jahre komplett dominiert - und man hat Angst, dass es wieder so kommen könnte, wenn irgendwann einmal eine Öffnung des Landes vonstatten gehen sollte. Die Amis würden sich wahrscheinlich gleich wieder heimisch fühlen - ein weißes Haus steht jedenfalls schon dort:
Ist ein Überbleibsel aus alten Zeiten, genau wie die Autos.Was sonst noch zu berichten ist: Bettelnde Kinder gibt es nicht, Analphabetismus auch nicht, eben so wenig wie Obdachlose. Alle bekommen eine kleine Ration Grundnahrungsmittel umsonst. Insofern haben die da auch was erreicht mit ihrer Sozialpolitik - das fällt vor allem auf, wenn man andere Länder Lateinamerikas kennt.
Die Menschen sind sehr offen und fragen einen mit Vorliebe aus. Man wird aber auch oft angesprochen, wahlweise werden Taxen, Restaurants oder Zigarren angeboten. Das nervt irgendwann, vor allem, weil man es manchmal gar nicht merkt, dass einem da gerade einer was verkaufen will. Man wird quasi im Vorbeigehen angequatscht und - schwupps - in ein freundliches Gespräch verwickelt. Und irgendwann merkt man: Ach so, DARUM geht es also!
Das Schöne war, dass wir teilweise bei Privatvermietern untergekommen sind - und somit direkt bei den Familien wohnten. Sehr interessant und vor allem einigermaßen nah dran am "echten Leben".
Auch Dschungel gibt es, wenn auch nicht sehr viel:

Große Teile des Landes sind von Zuckerplantagen und Feldern bedeckt. Landwirtschaft wird teilweise noch mit Ochsengespännen betrieben - wiederum eine Zeitreise.
Und hier noch ein Beweis, dass wir wirklich da waren :-)

Und als Rausschemeißer: ein Bild aus der kubanischen Provinz. Alles schöööön langsam angehen...

Es grüßt die Urlauberin
Marike












































