Dienstag, 18. Dezember 2007

Jahresendschrieb

Dear folks,

schmählich habe ich euch vernachlässigt...

Aber die Zeit rast und ich habe jeden Tag so viel zu tun und wenn ich nach Hause komme, will ich nur noch Ruhesofazeitschriftfernsehen und die lassen uns kaum mal Zeit zum Atem holen und überhaupt: Wann ist endlich Urlaub???

Zum Glück in wenigen Tagen. Ich habe es mir verdient.

Die letzten vier Wochen in der Schule waren vollgepackt mit Unterricht, Schreibübungen ("geben Sie im Laufe des Abends ab", "geben Sie bis Sonntag, 12 Uhr, ab"), vielen Abendgästen, Vorbereitungen auf den nächsten Unterricht und sehr, sehr wenig Pausen. Dafür hatten wir Sarah Kuttner und Ildiko von Kürthy zu Gast, das ist doch auch mal was. Wir mussten an ihnen das Interviewen üben. Ich hatte das Vergnügen mit Frau Kuttner, die auch im wahren Leben so munter und redselig und einigermaßen überdreht ist wie im Fernsehen. Die ist halt so.


Angeleitet wurden wir vor und nach der Interviewübung übrigens von Michael Ebert, NEON-Chefredakteur. Auch nicht von schlechten Eltern.

Ansonsten freue ich mich auf meine Spanien-Weihnachten, einfach nur viel essen und Bücher lesen, herrlich. Im neuen Jahr nutze ich den Rest meines drei-Wochen-Urlaubs (!!!!), um mal eben zu Steffi nach Stockholm zu düsen. Eine Woche in Erinnerungen schwelgen. Hoffentlich liegt Schnee! Sonst wäre das Kontrastprogramm Spanien - Schweden doch nur halb so schön.
Im Januar kommt dann mein Praktikum bei Geolino. Dann darf ich für Kinder schreiben und hoffentlich selbst jede Menge lernen.

Und das habe ich in den letzten vier Wochen gelernt: Reportagen brauchen einen Helden. Nicht dass der Interviewte dich nett findet, ist wichtig, sondern dem Leser soll's gefallen. Nur nicht mit Worten dramatisch werden, wenn das Schicksal, das man beschreibt, eh schon dramatisch ist. Sonst droht, Zitat des Schulleiters: "Sozialkitsch". Schöne Worte sind schön und gut - wichtiger ist erst mal Grundlagenschreiben. Ein Café kann sich nicht in ein Haus hinein ducken und der Wind kann nicht kalt antworten. Das sind nämlich Dinge. Die TUN nichts. Einen eigenen Stil können Sie später immer noch entwickeln, Frau Frick, jetzt lernen Sie erst mal das Handwerk. Montag bis Freitag, neun bis neunzehn Uhr ist eine Mühle ist eine Mühle ist eine Mühle. Man wird von Wochenende zu Wochenende geschleudert und dann beginnt alles wieder von vorn. Komisch irgendwie. Geht das jetzt immer so weiter?

In weihnachtlicher Tradition nachdenklich gestimmt,

Marike

P.S. Hier noch ein paar Bilder von unserer Wohnung, die immer netter wird.












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