Die letzten vier Wochen in der Schule waren vollgepackt mit Unterricht, Schreibübungen ("geben Sie im Laufe des Abends ab", "geben Sie bis Sonntag, 12 Uhr, ab"), vielen Abendgästen, Vorbereitungen auf den nächsten Unterricht und sehr, sehr wenig Pausen. Dafür hatten wir Sarah Kuttner und Ildiko von Kürthy zu Gast, das ist doch auch mal was. Wir mussten an ihnen das Interviewen üben. Ich hatte das Vergnügen mit Frau Kuttner, die auch im wahren Leben so munter und redselig und einigermaßen überdreht ist wie im Fernsehen. Die ist halt so.

Angeleitet wurden wir vor und nach der Interviewübung übrigens von Michael Ebert, NEON-Chefredakteur. Auch nicht von schlechten Eltern.

Ansonsten freue ich mich auf meine Spanien-Weihnachten, einfach nur viel essen und Bücher lesen, herrlich. Im neuen Jahr nutze ich den Rest meines drei-Wochen-Urlaubs (!!!!), um mal eben zu Steffi nach Stockholm zu düsen. Eine Woche in Erinnerungen schwelgen. Hoffentlich liegt Schnee! Sonst wäre das Kontrastprogramm Spanien - Schweden doch nur halb so schön.
Im Januar kommt dann mein Praktikum bei Geolino. Dann darf ich für Kinder schreiben und hoffentlich selbst jede Menge lernen.
Und das habe ich in den letzten vier Wochen gelernt: Reportagen brauchen einen Helden. Nicht dass der Interviewte dich nett findet, ist wichtig, sondern dem Leser soll's gefallen. Nur nicht mit Worten dramatisch werden, wenn das Schicksal, das man beschreibt, eh schon dramatisch ist. Sonst droht, Zitat des Schulleiters: "Sozialkitsch". Schöne Worte sind schön und gut - wichtiger ist erst mal Grundlagenschreiben. Ein Café kann sich nicht in ein Haus hinein ducken und der Wind kann nicht kalt antworten. Das sind nämlich Dinge. Die TUN nichts. Einen eigenen Stil können Sie später immer noch entwickeln, Frau Frick, jetzt lernen Sie erst mal das Handwerk. Montag bis Freitag, neun bis neunzehn Uhr ist eine Mühle ist eine Mühle ist eine Mühle. Man wird von Wochenende zu Wochenende geschleudert und dann beginnt alles wieder von vorn. Komisch irgendwie. Geht das jetzt immer so weiter?
In weihnachtlicher Tradition nachdenklich gestimmt,
Marike
P.S. Hier noch ein paar Bilder von unserer Wohnung, die immer netter wird.





(...nur leider nicht mit eigener Kamera)
Der ist zwar schön, unser Seminarraum, nur leider warm. Bei Sonne. Bei Regen. Der Luft im Seminarraum ist das Wetter egal. Aber die Konferenz dauert eh meist nur so zwanzig Minuten. Da besprechen wir den Tag, die Lage, den gestrigen Tag, den morgigen Tag und überhaupt. Danach dann: Zeitungen lesen. Oder scannen. Oder wie man auch immer man das nennen will, was man in 30, 40 Minuten halt so hinbekommt.
Pause. Kaffee. Emails. Schnell schnell. Sind nur zehn Minuten. Auch mal einen Abstecher in die anderen Büros machen. Oder Flurkonferenz abhalten. Diskutieren, welchen Praktikumsplatz man jetzt verdammt noch mal wählen soll. Alles sowas.
Heute: Irgendwas mit Mini-Kartoffeln, Sahne, Zwiebeln und Fisch. Salat dazu, fertig. Kostet drei Euro und wird mir am Monatsende vom Gehalt abgezogen. Gemein sowas.
(Anmerkung: Rot heißt "ganz schlimm", blau heißt "nicht gut", grün heißt "gut". Das ist das Wolf-Schneider-System. Grün war bei diesem Text leider nix. Dafür stand da unter anderem: "Vier Zeilen über Anekdoten und keine einzige wird erzählt. Eine Todsünde! Aktive Leserverscheißerung!")









