Worin eine Braut gut sein muss? Entscheiden.
Worin ich nicht gut bin? Ratet mal.
Auf meinem Marathon Richtung Hochzeit lauern die Entscheidungen an jeder Ecke. Am einfachsten war es ja noch im Brautgeschäft – da lautete meine Ansage: Bitte schön schlicht! Das minimierte die Auswahl schon mal ungemein. Trotzdem ging ich drei mal in den Brautladen meines Vertrauens, ehe ich mich für ein Kleid entscheiden konnte.
Dann aber kamen die wirklich schwierigen Fragen: Welche Gäste einladen? Goldene Ringe oder weißgoldene? Mit oder ohne Stein? Vier oder fünf Millimeter? Lieber etwas robuster (teurer) oder ein bisschen dünner (günstiger)? Lamm, Wildgoulasch oder Rehbraten? Halskette oder Ohrringe? Oder beides? Mit durchsichtig schimmerndem oder kräftig farbigem Stein? Hohe Schuhe (sexy) oder flache (bequem)? Welche Musik zur Trauung? Welcher Fotograf? Welche Frisur? Was für Blumen? Kopfschmuck: ja oder nein? Selber schminken oder schminken lassen? DJ engagieren oder selber mixen?
Wer da immer eine glasklare Meinung hat, befindet sich auf fortgeschrittenem Braut-Niveau. Ich jedenfalls habe schon mehrere Besuche bei einer Schmuckdesignerin und im Trauringladen hinter mir. Immer noch mal gucken, überlegen, vergleichen und vor allem: im Geiste vorstellen. Gefällt mir das? Sieht das aus? Passt das zu allem anderen?
Abgehakt und damit gebucht sind bereits Restaurant, Fotograf, Friseur und die Musiker; gekauft sind Kleid, Ringe und Schuhe; es steht nun nur noch der Schmuck aus. Und ach, wie ist es schön, wenn Menschen Verständnis haben für Entscheidungsschwächen! Die Schmuckdesignerin jedenfalls erlaubte mir, den Schmuck mit nach Hause zu nehmen und ihm zum Brautkleid anzuprobieren. Damit ich mir auch wirklich das Richtige aussuche. Teuer genug ist der Schmuck schließlich.
Und das ist tatsächlich das Geheimnis hysterischer Bräute (die ich jetzt, vielleicht, ein ganz klein wenig besser verstehe): Weil man so viel Geld in die ganze Veranstaltung buttert, soll alles ganz toll und wunderbar sein. Wer mehrere hundert Euro in ein Kleid investiert, will sicher gehen, dass es umwerfend aussieht. Also wird überlegt und gegrübelt und entschieden und wieder verworfen. Ich habe in Foren von Frauen gelesen, die ein 800-Euro-Kleid kauften, um es dann wieder zu VERkaufen – weil sie ein viiiiel Schöneres entdeckt hatten.
Ruhe bewahren, das ist das Einzige, was man sich vornehmen kann. Irgendwie absolviert man den Entscheidungsmarathon bestimmt.
In guter Hoffnung verabschiedet sich
Marike
P.S. Und abgesehen von schwierigen Entscheidungsmomenten macht mir die ganze Vorbereitung auch wirklich Spaß. Freue mich riesig auf den Tag im August, an dem ich in meine volle Montur schlüpfen kann!
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