FRUST!
Was ich mag am Journalist-sein: Schreiben.
Was ich nicht mag: Ziemlich vieles, was vorher kommt.
Vielleicht sollte ich doch lieber Schriftstellerin werden?
Die Geschichte geht so:
20 Journalistenschüler sollen eine Reportage schreiben. Oberthema: Jugend. Marike denkt sich: Schreibe ich doch mal über diese shopping-geilen Mädchen, die mit 12 schon aussehen wie 16 und sich mit 13 anziehen wie 20. Für eine Reportage muss man aber irgendwo DABEI sein, das geht nicht einfach so im luftleeren Raum. Also losziehen, Mädels finden. In der Schule wird gewitzelt: "Wir Mädchen von der Mönkebergstraße, höhöhö".
Ich witzele mit.
Höhöhö.
Dann vergeht mir das Lachen.
Ich hasse Leute-finden! Stundenlang habe ich vor Orsay und Pimpkie gestanden und junge Mädels angelabert, aber sie passten alle nicht so recht ins Raster. Zwar liefen da jede Menge Ballerina-beschuhte Mädchen mit perfektem Lidstrich rum, aber entweder waren sie zu alt (mein Ziel: 13, 14 Jahre alt), oder mit Mama unterwegs (Ziel: Freundinnen unter sich) oder sie gaben nicht genug Geld für Klamotten aus (Ziel: so hundert Euro im Monat). So ist das, wenn man sich ein Profil zurecht legt. Wenn ich dann endlich, endlich zielgruppige Mädchen finde, dann will ich sie beim Einkaufen begleiten und beobachten, sowie ausführlichst befragen. Das wird dann alles ein Klacks, wird das!
Nachdem ich gestern Nachmittag schon erfolglos war, probierte ich es heute wieder - im Regen. Daraufhin musste ich vor lauter geistiger Anspannung und zwecks Entspannung meiner Füße erst mal zum teuren Starbucks. Habe schätzungsweise eine halbe Packung Philadelphia gegessen, die sich in einem "Rasperry Cheese Cake" versteckte. Frustbekämpfung kann so schön sein.
Morgen geht der Straßenkampf weiter.
Bäh. Mag nich mehr.
Bald wieder besser gelaunt,
Marike
P.S. Oh: Es gibt übrigens etwas, in dem wir gut sind! Mussten neulich ein Porträt über einen Dozenten schreiben und wurden durchweg gelobt! Man höre und staune!
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