Samstag, 23. Juni 2007

Überlebt

Eine Woche Wolf Schneider: überlebt!

Wer Schneider nicht kennt, dem sei versichert: auch ich kannte ihn vorher nicht. Aber in der Medienszene ist er berühmt und berüchtigt. Er ist 82, der Gründer der Journalistenschule, hat sie 17 Jahre lang geleitet und neigt zu Aussprüchen wie "das ist doch zum Speien, liebe Leute". Und damit meint er dann einen unserer Texte. Aber da wir vorgewarnt waren, ertrugen wir alles, meist mit einem Lächeln.

Eine Woche Wolf Schneider überlebt also, und viel dazu gelernt. Schneider ist nämlich wirklich gut, was Sprache angeht und hat uns viel beigebracht. (So einen Satz "er hat uns viel beigebracht, würde er zum Beispiel nie stehen lassen. Da käme dann: "Na wunderbar, viel beigebracht, wollen Sie den Leser etwa verarschen? Nur nichts Konkretes, wie? Viel beibringen, aha, denkt sich dann der Leser, na, da lese ich doch mal weiter, wie interessant! Oder wie! Ein Bier wird er sich holen, der Leser, so langweilig ist das!")

Hamburg überrascht uns derweil ständig mit neuen Sturzbächen, dann mal wieder Hitzewallungen, ab und zu ein kräftiges Gewitter... Aber so ist das wohl, in Hamburch.

Jetzt mal wieder etwas Augenfutter: Aus der Serie "Schöner Wohnen" präsentiere ich brandaktuelle Aufnahmen aus der Matthesonstraße 10.

Übrigens steht jetzt auch schon mein erstes Praktikum fest (ab September). Es gab nur zwei Praktikumsmöglichkeiten in Hamburg, insofern war die Auswahl nicht sehr groß - denn nach München, Berlin oder Dresden will ich so kurz nach dem Umzug einfach nicht. Und Roberto soll ja auch nicht allein hier hocken, während ich irgendwo in Deutschland rumdüse...
Jedenfalls werde ich nun zur "Financial Times Deutschland" gehen. Wie gesagt, die Auswahl war nicht sehr groß, Alternative war die "Morgenpost", und die geht Richtung BILD-Zeitung. Nee. Dann lieber Wirtschaft.

Bis dahin liegen aber noch viele Übungen vor mir, viele Dozenten, viele Abendgäste. Lauter interessante Leute. Aber Wochenende haben ist auch sehr, sehr schön. Und ein neues Gefühl: Stell dir vor, du kommst nach Hause und es ist Feierabend! Keine Referatsvorbereitung, kein Text wartet auf dich. Himmlisch.

Ansonsten haben wir mit dem kulinarischen Austesten begonnen: Waren letztes Wochenende in einer spanischen Bar hier in Eimsbüttel und ein paar Tage später im portugiesischen Viertel, wo sich sprichwörtlich ein Restaurant ans andere reiht.

Sagte ich bereits, dass ich Hamburg mag?

Es grüßt euch,

Marike

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