Die zwei mal, die ich mich entschlossen habe, mit dem Rad zur Schule zu fahren, bin ich zwei mal nass geworden, beides mal auf dem Rückweg. Weil das Wetter abends schon wieder gaaanz anders aussieht, als man es sich morgens vorstellen konnte.
Wann bitte wird's mal wieder richtig Sommer?
Aber weg vom Wetter, dem leidigen Thema.
Hin zum Handfesten.
Letzte Woche: Interviewen gelernt. Wie man gute, kurze, prägnante Fragen stellt und "nah ran geht". Soll heißen: Gefühle, Empfindungen, Meinungen aus einer Person heraus bekommt. Und ich dachte immer, man muss nur irgendwie Fragen stellen. Ob ich jemals so treffend und einfallsreich fragen können werde wie unser Dozent?
Überhaupt habe ich bisher vor allem gelernt, was ich alles NICHT kann: Ich kann nicht so gut Nachrichten schreiben ("Im ersten Satz muss stehen, worum es im Kern geht! Außerdem muss er in den Text reinziehen, zum Lesen anregen! Aber er darf nicht werten! Und nicht ironisch sein! Das hier ist kein Kommentar, sondern eine NACHRICHT!"). Ich kann nicht so gut Interviews führen ("Viel zu weit gefasst, das Thema, fokussieren Sie sich!"). Heute habe ich gelernt, dass ich zwar Spaß daran habe, einen Kommentar runter zu hacken, aber mich dann in Sprachbilder und Spielereien verliebe - und dabei den Inhalt vernachlässige. Wer eine Meinung hat, sollte sie auch gut begründen. Und Allerweltsmeinungen sind langweilig. Und oberlehrerhaft sollte es auch nicht sein.
Andererseits war das größte Problem am Anfang, überhaupt erst mal eine Meinung zu haben!
Plötzlich muss man beim Schreiben an so vieles denken. Jeden Satz überprüfen: Stimmt das so? Oder behaupte ich da einfach was? Vergleiche ich Äpfel mit Birnen? Benutze ich ein abgenutztes Bild? (z.B. "grünes Licht", "fünf vor zwölf" oder ähnliches)
Mehr Sorgfalt, mehr Sorgfalt, mehr Sorgfalt. Das werde ich hier wohl lernen müssen.
Ansonsten ist die "Klasse" nett, auch wenn einige sich immer mal wieder ein bisschen positionieren und präsentieren müssen. Wir nennen das die "Hahnenkämpfe".
Ach übrigens: mit Sven, der auch in Tübingen studiert hat, schwätze ich immer mal wieder schwäbisch. Oder versuche es zumindest. Auf jeden Fall lache ich mich kaputt über Sven, der gar kein Schwabe ist, den Dialekt aber so herrlich imitiert, dass ich mich wie nach Derendingen zurückversetzt fühle.
Bald mache ich auch mal Fotos vom Innenleben der Schule und unserem täglichen Freud und Leid - heute erst mal zwei Bilder vom letzten Wochenende: Jane und Philipp heirateten in München!


Ein Bild vom Brautpaar habe ich leider nicht...
Liebe Grüße an euch alle und bis bald!
Marike
1 Kommentar:
Hej Marikita,
da haste aber dein american smile ausgepackt ;-). Trotzdem nettes Foto. Vermiss dich hier im tristen Tübingen, aber immerhin gehts jetzt richtig mit der Magiarbeit los! Denk an dich und dein A..tritte, um mich zu motivieren!
Puss und bis bald
Franziska
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