Mittwoch, 5. September 2007

Hauptstadt

Berlin, Berlin!

Da sitze ich nun also mitten in Kreuzberg, bin plötzlich in einer anderen Stadt, lauter Türken-Bars um mich herum, radele morgens in die Gucci-Chanel-Dior-Friedrichstraße und weiß gar nicht richtig, wie mir geschieht...

Schön ist das und ein bisschen aufregend und ziemlich kurzweilig und manchmal anstrengend. Dabei sind gerade einmal drei Tage Praktikum vorbei.
Das Praktikum selbst ist anstrengend - auf eine andere Art und Weise als "stressig". Ich muss nach Themen regelrecht suchen, sonst drehe ich nur Däumchen. Und leider fällt das Themen-finden in einem knallharten Bundespolitik-Ressort schwer. Da gibt es halt übliche Pressekonferenzen, zu denen die üblichen Leute hingehen. Und wenn was passiert, gibt's immer jemanden, der für das Thema zuständig ist. Ich lächele dann sehr nett und frage, ob ich denjenigen irgendwie unterstützen kann. Naja. Praktikantentum halt. Ansonsten ist es spannend zu sehen, wie Politik beobachtet und bewertet wird. Die Leute hier sind ganz schön fit, kennen sich gut aus. Und viele Themen werden ausführlich besprochen. Allerdings wird auch manches künstlich aufgeblasen, damit es überhaupt ein Thema wird. So nach dem Motto: "Wäre doch schön, wenn sich mal jemand so richtig über den Ausspruch vom Beck aufregen würde - ruf doch mal ein paar Leute an!" Sowieso: anrufen. Ganz wichtig im Politik-Ressort. Erste Routine, nachdem eine Nachricht über den Ticker reinkommt: Zum Hörer greifen. Ich musste auch schon Bundestagsabgeordnete und "Terrorismusexperten" anrufen.

Sorry übrigens, dass dieser Blog weitgehend bildlos ist. Ich habe leider keine Kamera hier in Berlin, hoffe aber, dass ich bald mal ein paar Bilder machen kann.

Die WG, in der ich ein Zimmer bewohne, ist super nett. Und zwei meiner "Mitschülerinnen" wohnen gar nicht weit weg. Meine Großeltern sind sogar auch nur siebeneinhalb Minuten von mir entfernt! Ich kann mich also auch im Kosmos Berlin wunderbar per Rad bewegen. Gern würde ich auch mal Kreuzberg und Mitte verlassen - allein, es fehlt die Zeit. In der Redaktion verlässt so gut wie niemand vor halb sieben/sieben das Haus. Meist eher gegen acht. Und so sitze ich also von morgens bis abends im Großraumbüro und habe kaum etwas vom Tag. Jaja, das harte Arbeitsleben...!

Seid lieb gegrüßt, ihr alle irgendwo in Deutschland!

Marike

P.S. Guckst du hier: http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Polizei%20Gotteskrieger/249301.html

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