Mittendrin in der letzten Woche: Ach Berlin, du wirst mir fehlen!
Während andere am Tag der Einheit feiern und am Brandeburger Tor den Fanta 4 lauschen, sitze ich im Büro und schreibe über Islamisten, mal wieder. Und denke darüber nach, wie ich aus den letzten Tagen in der Hauptstadt noch so richtig was rausholen kann.
Dabei kann man mir eigentlich nicht vorwerfen, die Zeit hier nicht bis zur Erschöpfung genutzt zu haben. War pausenlos unterwegs, habe viele Leute getroffen, jede Menge Wein konsumiert, das Café-Leben in vollen Zügen genossen, exzessiv gefrühstückt und bin immer wieder gern mit meinem Radl durch die Straßen gedüst. Und habe dabei davon geträumt, in einer von diesen umwerfenden Berliner Wohnungen zu leben, die man hier für'n Appel und 'n Ei (quasi) bekommt. Im Ernst: Für den gleichen Preis, den ich in Hamburg zahle, bekomme ich hier mindestens 20 Quadratmeter mehr!
Aber genug geträumt. Hamburg ist ja auch schön.
Noch schöner ist es, Roberto endlich mal wiederzusehen. (Obwohl ich bestimmt nach drei Tagen wieder genervt sein werde: Doktoranden-Freundin sein ist nicht gerade das Allergelbste vom Ei! Momentanter Arbeitsrhytmus des zukünftigen Doktors: Fünf Uhr nachmittags bis fünf Uhr früh. Nix da mit "Lass uns heut Abend mal was machen"... Aber durch harte Zeiten muss man durch, damit man die anderen um so mehr genießen kann.)
Gekocht habe ich in den letzten Wochen, glaube ich, drei Mal. Ansonsten war ich aus. Oder hab mir eine Stulle geschmiert. (Lerne: Stulle = belegtes Brot. Ossisch.)
Und dass ich so viel Essen war, hat mein Konto sehr gemerkt. Da kann es noch so günstig sein, das Ausgehen! Jetzt muss ich wieder mal oa bissle spare. Den Schwaben hervorkehren. Oder so.
Ach ja, und dann war da auch noch die Arbeit: In der Redaktion lief es jetzt eigentlich immer ganz gut. Hatte sogar einen richtig, richtig langen Artikel im Blatt - weil ich am Sonntag gearbeitet habe und da sonst kaum jemand da ist. Da dürfen sogar Praktikanten so richtig ran. Irgendwie hat sich sowas wie Routine eingestellt. Und ich hab gar keine Angst mehr vorm Telefonieren! Hatte ja immer ein bisschen Respekt davor, fremde Leute zu stören. Aber das muss man von Anfang an hinter sich lassen. Also: Doch was gelernt.
Außerdem weiß ich jetzt, dass Journalisten doch manchmal Ahnung haben. Und dass ich deren Einschätzungen ruhig glauben kann. Das ist doch ein gutes Gefühl für die zukünftige Zeitungs-Lektüre!
Die Leute hier beschäftigen sich nämlich ziemlich mit ihren Themen und kennen viele andere Leute, die ihnen Informationen stecken. Insofern auch der Aufruf an euch: Lest Zeitung! Ihr sichert damit auch meine Zukunft! :-)
Servus!
Marike
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